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Pflanze des Monats März 2022

Scharbockskraut (Ficaria verna Huds.)

Scharbockskraut-“Polster“ (Foto: Pixabay)
Scharbockskraut-“Polster“ (Foto: Pixabay)

Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist unter anderem mit dem kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens) und der Sumpfdotterblume (Caltha palustris) verwandt. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Nord- und Mitteleuropa. Die Art kommt aber auch in Kleinasien und dem nördlichen Afrika vor. Bei uns wächst die Feigwurz, wie das Scharbockskraut wegen seiner feigwarzenähnlichen Wurzelknollen (ficaria = feigwarzenähnlich) auch genannt wird, vor allem in krautreichen Laubwäldern, aber auch entlang von Säumen und auf Frischwiesen und -weiden.

 

Als „Scharbock“ bezeichnete man im Mittelalter die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut, worauf sich der Name zurückführen lässt. Damals gab es noch nicht die Möglichkeit Obst und Gemüse zu konservieren und damit längere Zeit, beispielsweise für die Seefahrt oder für den Winter, haltbar zu machen. Da Scharbockskraut reich an Vitamin C ist, gehörte die Pflanze in vergangenen Zeiten zum Reiseproviant auf Seereisen, um Skorbut möglichst vorzubeugen oder diente der Landbevölkerung nach den langen Wintermonaten als erste Vitamin C-Quelle, beispielsweise als Salat.

 

Neben reichlich Vitamin C enthält die Pflanze jedoch auch das schwach giftige Alkaloid Protoanemonin, dessen Gehalt ab der Blütezeit ansteigt. Das bitter und scharf schmeckende Gift kann zu Magen- und Darmreizungen und bei höherer Dosierung auch zu Vergiftungserscheinungen führen. Sollten die Blätter als Beimischung im Salat oder Spinat verwendet werden, sammelt man diese zur Sicherheit vor Blühbeginn.

 

Im zeitigen Frühjahr erscheint das Scharbockskraut als typischer Frühblüher mit seinen auffaltend, leuchtenden, sternförmigen gelben Blüten und nutzt die Chance, genügend Sonnenlicht zu bekommen, bevor sich das Blätterdach im Wald schließt (Blütezeit März bis Mai). Die verhältnismäßig großen, attraktiven Blüten (1,5 bis 6 cm) locken im Frühjahr zahlreiche Insekten zur Bestäubung an und stellen eine wichtige Nahrungsquelle, z.B. für Bienen dar. Beobachtet man die Blüten im Tagesverlauf, wird man feststellen, dass diese temperaturabhängige Wachstums- und Schließbewegungen zeigen – „Öffnungszeiten“ von ca. 9 bis 17 Uhr. 

 

attraktive Scharbockskrautblüte (Foto: Pixabay)
attraktive Scharbockskrautblüte (Foto: Pixabay)

Die gestielten Blätter des Scharbockskrauts sind herz- bis nierenförmig und fettig-glänzend; der Blattrand ist schwach gekerbt. Im Mai verfärbt sich das Kraut bereits gelb und die Pflanze beginnt zu welken, bevor sie oberirdisch ganz verschwindet. Über Samen, Brutzwiebeln und stärkehaltige Wurzelknöllchen überdauert die Art bis zum nächsten Frühjahr.

 


Scharbockskraut mit typischen herz-nierenförmigen fettig-glänzenden Blättern (Foto: Pixabay)
Scharbockskraut mit typischen herz-nierenförmigen fettig-glänzenden Blättern (Foto: Pixabay)

Die in Deutschland verbreitete Unterart Ficaria verna subsp. verna (Syn.: subsp. bulbifera) vermehrt sich fast ausschließlich vegetativ über Brutknöllchen (Bulbillen), die sich nach dem Verblühen in den Achseln der Stängelblätter bilden. Diese fallen später zu Boden, überwintern dort und im darauffolgenden Frühjahr entwickelt sich daraus wieder neue Pflanzen. 

 

Andreas Metzmacher

 

Verwendete Literatur:

 

R. Düll u. H. Kutzelnigg 2005: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim: Quelle & Meyer-Verlag

https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Scharbockskraut.html, aufgerufen am 27.02.2022

https://www.nabu-bochum.de/2018/06/01/scharbockskraut/ aufgerufen am 27.02.22

https://www.pflanzen-deutschland.de/Ficaria_verna.html, aufgerufen am 28.02.22

https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/übersicht-r-z/scharbockskraut/, aufgerufen am 27.02.22

 

 

Fotos: Pixabay