Monheim am Rhein / Artenschutz / Wildbienen am Monberg

Wildbienen am Monberg

Am Monberg entsteht eine Ausgleichsmaßnahme für Wildbienen. Anwohner der Daimlerstrasse hatten die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass an der westlich gelegenen Böschung der Daimlerstrasse sehr viele Wildbienen vorkommen, welche durch Baumaßnahmen gefährdet sind. Die Stadt beauftragte den NABU, eine Voruntersuchung zu machen. Im Ergebnis wurde eine Ausgleichsmaßnahme für die Südseite des Monberges entworfen, die sich sehen lassen kann.

Ausgleichsfläche am Monberg, Foto: J. Baade
Ausgleichsfläche am Monberg, Foto: J. Baade

Der NABU Monheim am Rhein übernimmt das Monitoring. Darüber hinaus unterstützen wir bei der zeitlichen Terminierung der Maßnahmen und werden ggf. auch kleinere Arbeitseinsätze durchführen. Die Pflege wird im Wesentlichen durch einen von der Stadt beauftragten spezialisierten externen Auftragnehmer durchgeführt.

Pflegefehler am Monberg, Foto: Sabine Lorenz
Pflegefehler am Monberg, Foto: Sabine Lorenz

Pflegefehler der Stadt!

Seit April 2021 haben wir regelmäßig, ca. einmal im Monat die auf der Ausgleichsfläche vorkommenden Tier- und Pflanzenarten erfasst. Insbesondere seit dem Frühjahr 2022, also im 2. Jahr, konnten wir eine deutlich steigende Zahl von Insekten und Pflanzenarten registrieren: während bis zum Juli 2021 nur 17 Arten festgestellt werden konnten, waren es bis zum Juli 2022 über 130 verschiedene Arten, darunter 16 verschiedene Schmetterlings- und Nachtfalterarten, 28 Käfer-, Bienen-, Hummel- und Fliegenarten (Coleoptera, Hymenoptera und Diptera) sowie 68 Pflanzenarten.
Leider wurde Ende Juli/Anfang August 2022 die gesamte Fläche vollständig und völlig unsachgemäß mit einem Mulchmäher abgemäht. Wir werden erst im nächsten Frühjahr wissen, welche Auswirkungen diese Mahd auf die Artenvielfalt auf dieser Fläche hatte. Und wir arbeiten daran, dass die Mahd im nächsten Jahr wieder wie vereinbart erfolgen wird: maximal 2mal pro Jahr jeweils nur auf einem Drittel der Fläche mit einem Balkenmäher und einer Schnitthöhe von mindestens 15 cm.


Weiden-Sandbiene, Foto: M. Stief
Weiden-Sandbiene, Foto: M. Stief
Das Monitoring hat begonnen. Foto: G. Baade
Das Monitoring hat begonnen. Foto: G. Baade

Zur Dokumentation des Monitorings greifen wir auf die Plattform Observation.org zurück. Diese Plattform hat den Vorteil, dass im Hintergrund Spezialisten die Ergebnisse überprüfen. Um die Plattform zu nutzen, muß man sich anmelden.

"Monberg-Süd in Monheim am Rhein" ist der Name der Fläche. Für die Beobachtungsjahre legen wir sogenannte BioBlitze an: 2021, 2022



Ablauf der Erstellung

Wir dokumentieren hier eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt  (cronologisch von unten nach oben):

01.04.2021:

Die Ausgleichsfläche ist fertig

27.03.2021: Man gewinnt einen Eindruck von der Anlage.

25.03.2021: Die Fräsarbeiten zur Erstellung der geplanten Sandflächen beginnen.

24.03.2021: Die "ersten Schritte" zur Einrichtung der Ausgleichsfläche werden gemacht.

12.03.2021: Es tauchen seitens des NABU Bedenken auf, dass die Verschattung des Südhanges angesichts der zu erwartenden Bebauung zur stark wird. Die Stadt hält diese Problematik nicht für ausgeschlossen,  versichert aber, dass die Maßnahme begleitet wird und evtl. nötige Ergänzungen möglich seien.

... Aus verschiedenen Gründen zog sich der Beginn des Aufbaues der Ausgleichsfläche hin. Geplanter neuer Termin ist März / April 2021.

08.09.2020: Auszug aus dem Kurzbericht für Kompensationsmaßnahmen für die überplanten

Wildbienen- und Stechimmenhabitate und

nachhaltige Fördermöglichkeiten für Wildbienen

(Hymenoptera Aculeata Anthophila)

Bearbeiter:

Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Christoph Ibach

Dipl.-Biologe Rolf Witt (UMBW)

27.08.2020: Der Bürgermeister teilt in der Ratssitzung (fälschlicherweise) mit, dass die Ausgleichmaßnahme fertig ist. Angesichts des guten Planes verzichtete der NABU auf eine öffentliche Korrektur dieser Aussage. (Bei so vielen Plänen kann mal was verwechselt werden ...)

21.08.2020: Die Böschung wird entfernt, obwohl die Ausgleichsmaßnahme noch nicht besteht: "Der zeitnahe Abriss ist, wie bereits telefonisch erläutert, notwendig um den derzeit flugfähigen Arten die Möglichkeit zu geben sich ein anderes Habitat zu suchen."

19.08.2020: Die UNB (Untere Naturschutzbehörde) genehmigt mit Blick auf das Gutachten die Entfernung der Wildbienenböschung an der Daimlerstrasse.

29.07.2020: Der eingeschaltete Gutachter legt ein gutes Konzept für eine Ausgleichsmaßnahme vor. Der Schwerpunkt liegt in der Anlage einer Ausgleichsfläche am Südhang des Monberges.

Zitat: "Die Herrichtung adäquater Ersatz- und Ausweichnisthabitate sollte möglichst zeitnah erfolgen. ... U.U. können auch parallel Maßnahmen zur Vergrämung von schlüpfenden Tiere am ursprünglichen Standort ergriffen werden."

29.06.2020: Der NABU übergibt seine Voruntersuchung.

19.06.2020: Einige Mitglieder das NABU beginnen mit der Voruntersuchung. Die Stadt unterstützt die Arbeiten durch die Bereitstellung von Verkehrssicherungs-Hütchen.

Anwohner der Daimlerstrasse hatten die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass an der westlichen gelegenen Böschung der Daimlerstrasse sehr viele Wildbienen vorkommen. Hier plante die Stadt eine Strassenverbreiterung. Die Stadt beauftragte den NABU, eine Voruntersuchung zumachen.