Hilden / Pflanze des Monats

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Pflanze des Monats Januar 2022

Gewöhnliche Haselnuss (Corylus avellana L.)

Haselnussblüte im Winter, Foto: Pixabay
Haselnussblüte im Winter, Foto: Pixabay

Die Haselnuss gehört zu der Familie der Birkengewächse und kommt bei uns in krautreichen 

Laubwäldern, entlang von Säumen und Hecken und an Bachläufen vor. Der 2 bis 6 m hohe, 

vielstämmige Strauch kann bis zu 100 Jahre alt werden. An der Stammbasis bilden sich zahlreiche 

Schösslinge, die sich im zweiten Jahr verzweigen, sich später zur Seite neigen und so die breite 

Strauchform bilden. Die Rinde ist zunächst glänzend, glatt und grau. Erst im Alter wird sie braun, 

längsrissig und löst sich stellenweise in schmalen Streifen ab. Eine Borke wird nicht gebildet. Die 

Blätter der Haselnuss sind rundlich bis verkehrt eiförmig, am Grunde etwas herzförmig, am oberen 

Ende in eine ± ausgeprägte Spitze ausgezogen, eckig gelappt und doppelt grob gezähnt.

Junge Blätter der Hasel, Foto Pixabay
Junge Blätter der Hasel, Foto Pixabay

Die Hasel gehört zu den ausgesprochenen Frühblühern. Schon lange vor dem Laubaustrieb fallen 

die auffälligen gelblichen Kätzchen ins Auge, die wegen ihres Aussehens auch als 

„Lämmerschwänze“ bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um die männlichen Blüten, die 

jeweils bis zu ca. 2 Millionen Pollen hervorbringen können. 

 

Die Hasel ist „einhäusig“. Das bedeutet, dass eine Pflanze sowohl männliche als auch weibliche 

Blüten hervorbringt. Um die unscheinbaren weiblichen Blüten zu entdecken, muss man genauer 

hinsehen. Sie bestehen aus kleinen rote Fädchen, die die sogenannten Narben der Blüten tragen, 

erblühen meist vor den männlichen Kätzchen. Seit einigen Jahren kann man beobachten, dass die 

Hasel teilweise bereits Ende Dezember blüht. Mit der Haselblüte beginnt wissenschaftlich gesehen 

der Vorfrühling. Die Hasel gehört trotz der Windbestäubung zu den wichtigsten Pollenlieferanten 

für Honigbienen im Vorfrühling.

Auffällig gelbe Kätzchen, die männlichen Blüten, Foto: Pixabay
Auffällig gelbe Kätzchen, die männlichen Blüten, Foto: Pixabay
Unscheinbare weibliche Blüte mit roten, fadenförmigen Narben, Foto: Pixabay
Unscheinbare weibliche Blüte mit roten, fadenförmigen Narben, Foto: Pixabay

Früchte der Haselnuss, Foto: Pixabay
Früchte der Haselnuss, Foto: Pixabay

Hin und wieder sieht man auch Früchte mit kleinen Löchern am Boden. Hier war der Haselnussbohrer, ein schwarz-braun-weißer Rüsselkäfer am Werk. Gegen Juni bohrt das Weibchen mit dem Rüssel ein Loch in eine junge Haselnuss und legt ein Ei hinein. Die Larve schlüpft in der Nuss und frisst den Nusskern auf. Die befallene Nuss fällt nach ca. 4 Wochen vorzeitig ab und die ausgewachsene Larve bohrt sich durch die Nussschale nach außen. Die Larve kriecht in den Boden, überwintert und verpuppt sich im Frühjahr. Ab Mai erscheinen die Käfer. 

 

Andreas Metzmacher

 

Verwendete Literatur:

 

J.-D. Godet 2011: Baumrinden vergleichen und bestimmen, Stuttgart: Ulmer-Verlag

R. Düll u. H. Kutzelnigg 2005: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim: Quelle & Meyer-Verlag

http://www.insektenbox.de/kaefer/haseln.htm, aufgerufen am 05.01.2022

Floraweb: https://www.floraweb.de/xsql/artenhome.xsql?suchnr=1676&

Fotos: Pixabay