Hilden / Pflanze des Monats

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Pflanze des Monats Februar 2022

Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis L.)

Schneeglöckchen in Blüte (Foto: Pixabay)
Schneeglöckchen in Blüte (Foto: Pixabay)

Das Schneeglöckchen gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. Die Gattung Schneeglöckchen umfasst ca. 25 Arten, die in Asien und Europa beheimatet sind. Bei uns kommt das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis L.) vor, das in Europa von den Pyrenäen bis in die Ukraine verbreitet ist. Es wächst in Waldwiesen, Gebüschen, Laubwäldern und Auen, wobei feuchte und schattige Standorte bevorzugt werden. Bei uns in den Gärten und Parks ist das Schneeglöckchen als Zierpflanze schon lange beliebt, da es den nahenden Frühling ankündigt.

 

Der wissenschaftliche Name stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Wörtern „gala“ = Milch und „anthos“ = Blüte zusammen und bedeutet so viel wie „die Blüte aus dem Schnee". Das Kleine Schneeglöckchen steht in Deutschland auf der Vorwarnliste und gilt als besonders geschützt.

 

Das Schneeglöckchen gehört zu den sogenannten Geophyten, die mit Hilfe von Speicherorganen (hier eine Zwiebel), den Winter im Boden überdauern und die ersten schwachen Sonnenstrahlen und die damit einhergehende Wärme ausnutzen, um auszutreiben, bevor die Bäume ihr Laub entwickeln (Frühlingsgeophyten). Beim Austreiben aus der Zwiebel werden zwei, selten drei, grundständige, schmale, spitz zulaufende graugrüne Laubblätter ausgebildet, dann folgt der bis zu 35 cm lange Blütenschaft mit nur einer Blüte. Zum Schutz vor Kälte ist die Blüte zunächst von einem Hochblatt umgeben. 

Schneeglöckchenblüte nach dem "Durchbrechen" des Hochblattes (Foto: Pixabay)
Schneeglöckchenblüte nach dem "Durchbrechen" des Hochblattes (Foto: Pixabay)

Bei günstigen Witterungsbedingungen wird dieses durchbrochen und die zwittrige Blüte erscheint als weiße glockenförmige und nickende Blüte. Sie besteht aus je drei inneren, verwachsenen grünweißlichen und äußeren rein weißen Blütenblättern, die deutlich größer sind. Je nach Witterung blühen dieSchneeglöckchen bei uns im Februar und März.

 

 

In der Phänologie bestimmt u.a. die Blüte der Schneeglöckchen den Beginn des Vorfrühlings. In den letzten Jahren lässt sich beobachten, dass die Schneeglöckchen häufig bereits im Januar blühen und der Vorfrühling damit fast einen Monat früher beginnt. Nach aktuellem Wissensstand ist dies auf den globalen Klimawandel zurückzuführen. Die Bestäubung der Schneeglöckchen erfolgt über Insekten. 


Schneeglöckchenblüte mit Honigbiene als Bestäuber. Gut zu erkennen die drei kleinen verwachsenen Blütenblätter mit den grünen Saftmalen und die reinweißen, deutlich größeren, freien äußeren Blütenblättern  (Foto: Pixabay)
Schneeglöckchenblüte mit Honigbiene als Bestäuber. Gut zu erkennen die drei kleinen verwachsenen Blütenblätter mit den grünen Saftmalen und die reinweißen, deutlich größeren, freien äußeren Blütenblättern (Foto: Pixabay)

Im Spätfrühling entsteht eine gelbliche bis hellgrüne fleischige Kapselfrucht, die sich zur Fruchtreife mit dem erschlaffenden Fruchtstängel zu Boden neigt. Die Samen in den Kapseln haben ölhaltige Anhängsel (Elaiosomen), die von Ameisen wegen ihres Nährgehaltes in den Bau verbracht werden. Da sie die Anhängsel jedoch häufig unterwegs schon auffressen, bleiben die Samen zurück. Neben der Selbstausbreitung tragen die Ameisen so zur weiten Ausbreitung der Schneeglöckchen bei. Darüber hinaus erfolgt die Vermehrung über Brutzwiebeln, sodass sich häufig auch dichte Horste bilden können.

„Schneeglöckchenhorst“, entstanden aus Brutzwiebeln (Foto: Pixabay)
„Schneeglöckchenhorst“, entstanden aus Brutzwiebeln (Foto: Pixabay)

Neben der heutigen „Verwendung“ als Zierpflanze wurde früher das in den Zwiebeln enthaltene Alkaloid Galantamin vor allem in der Behandlung von Demenz und altersbedingten Gedächtnisstörungen verwendet. Dieser Wirkstoff wird heute jedoch nicht mehr aus den Zwiebeln gewonnen, sondern künstlich hergestellt. Wegen seiner Toxizität kann Galantamin bei unabsichtlichem Verzehr der Zwiebeln Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Benommenheit hervorrufen.

 

Andreas Metzmacher

 

Verwendete Literatur:

 

R. Düll u. H. Kutzelnigg 2005: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim: Quelle & Meyer-Verlag

https://www.biologie-schule.de/schneegloeckchen.php, aufgerufen am 28.01.2022

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Schneegl%C3%B6ckchen, aufgerufen am 28.01.22

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Ph%C3%A4nologie, aufgerufen am 28.01.22

https://www.floraweb.de/xsql/artenhome.xsql?suchnr=2518&, aufgerufen am 28.01.22

Fotos: Pixabay