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Herausforderung des Monats September

Vögel- und Natur beobachten im September

Ende August bis Mitte September ist noch die ideale Zeit, um die letzten Schwalben zu beobachten. In manchen Jahren bleiben die Mehl- und Uferschwalben länger als bis Mariä Geburt (8.9.), die Rauchschwalben sind meistens etwas früher aufgebrochen. Bei „Wer wird Millionär“ hätte ich einmal die Millioneurofrage beantworten können: Welcher Vogel wird Marienvogel genannt? Es sind die Schwalben, der Merkvers für ihre Zugzeit heißt: "an Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt, an Mariä Verkündigung (25. 3.) kommen sie wiederum". So früh im Jahr kommen sie bei uns im Rheinland aber eher selten. Neulich habe ich in einem kleinen Weinort an der Mosel, einen Schwalbenkalender entdeckt: Seit 40 Jahren beobachtet der Hausbesitzer seine Mehlschwalben und notiert das Ankunfts-und Abflugdatum. Gerade die Ankunft im Frühjahr kann sehr variieren, da die Schwalben ja auf wärmeliebende Insekten angewiesen sind und bei uns jetzt öfter mal Spätfröste einsetzten. In Hilden selbst sind es eher vereinzelte kleine Schwalbenkolonien, aber in den ländlicheren Ortsteilen von Langenfeld und Düsseldorf und Erkrath sind sie schön zu beobachten ( z. B. auch in Himmelgeist )

Schwalbenkalender aus dem Moseltal (Foto: J. Rönsch)
Schwalbenkalender aus dem Moseltal (Foto: J. Rönsch)

Da die Singvögel meistenteils ihren Gesang eingestellt haben - bis auf einen vereinzelten Zilpzalp oder Zaunkönig - lohnt es sich, im Spätsommer einmal auf andere Stimmen der Natur zu hören: Heuschrecken oder, wer einen Ultraschalldetektor hat, Fledermäuse.

Zum Anschauen gibt es die vielen frischgeschlüpften Schmetterlinge der 2. Generation, die noch besonders farbenfroh sind. Und natürlich die Herbstzeitlosenblüte ( in der Urdenbacher Kämpe ).

Dort habe ich im sehr warmen September 2020 die blauflügelige Ödlandschrecke beobachten können ( es gibt sie wohl auch am Hildener Sandberg oder in der Ohligser Heide)

Wer um diese Jahreszeit noch einmal in den Süden reist, kann den Storchenzug erleben. Zweimal in meinem Leben hatte ich bisher das Glück, die Störche in großer Anzahl zu sehen, wie sie sich nach oben schrauben, um die Thermik zu erreichen und vom Wind in den Süden getragen zu werden. Einmal in Bulgarien am schwarzen Meer, das waren die Oststörche, die über den Bosporus und Israel nach Afrika ziehen, und einmal in Portugal an der Algarve die Weststörche, die ihre Route über Gibraltar nehmen. Einfach faszinierend.

 

In diesem Jahr war ich "nur" an der Ostsee, da haben mich die Uferschwalben an den Steilhängen begeistert, wir konnten die jungen Schwalben unmittelbar vor dem Flüggewerden beobachten.

Uferschwalben an einem Steilhang an der Ostseeküste (Foto: J. Rönsch)
Uferschwalben an einem Steilhang an der Ostseeküste (Foto: J. Rönsch)

Und noch ein Tipp: freuen Sie sich an jeder Spinne, die ihr Netz webt, auch im Haus ( das zeigt an, dass die Raumluft gut ist, ohne Schadstoffbelastung. Einen schönen "Altweibersommer wünscht Ihnen

 

 

Lieselotte Rönsch