Hilden / Herausforderung des Monats

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Herausforderung des Monats Juni

Vögel beobachten im Juni

Der Monat Juni ist der Monat der Jungvögel: Überall piepst es, überall hört man die Lockrufe der Vogeleltern, was natürlich wieder zu einiger Verwirrung führt.

 

Besonders laut fordern Spechtjunge ihr Futter. Wie eine kleine laute Maschine rufen sie nach Futter, wer also im Wald lautes Gepiepe hört, muß meistens nicht lange warten, bis er die Altvögel an die Spechthöhle anfliegen sieht. Die Fütterfrequenz ist enorm hoch. Allen Spechtarten geht es im Moment extrem gut, da es soviel Schadholz und soviele Borkenkäferlarven gibt. Im Karnaper Busch kann man mit etwas Glück auch Schwarzspechte  sehen.

Keine Sorge, den "Gespensterwald " im Karnaper Busch haben keine Eichenprozessionsspinner, sondern harmlose Gespinstmotten verursacht und die Büsche treiben auch wieder aus.

 

Kohlmeisen suchen sich ja manchmal kuriose Nistplätze: Risse im Beton, Mauerspalten, kleine Löcher in Zaunpfählen, auch da ist man mamchmal überrascht vom lauten Piepen. Nach dem Ausfliegen werden die Jungen ein paar Tage noch gefüttert, übrigens durchaus mit den stacheligen, giftigen Prozessionsspinnerraupen. Das beste Mittel sind also viele Meisenkästen.

 

Auch die Wasservögel führen ihre Jungen aus. Im letzten Jahr hatte ich im Heidebad ein schönes Erlebnis : Schwimmen mit einer Nilgansfamilie. 

 

Haubentaucher, Höckerschwäne und Bläßhühner nehmen ihre Küken ja schon mal Huckepack wenn sie müde sind.

 

Die sehr spät erst aus dem Winterquartier angekommenen Mauersegler müssen sich mit der Jungenaufzucht sehr beeilen, da sie Anfang August schon wieder wegziehen. Leider haben sie zunehmend ein Wohnraumproblem, zu viele Dächer werden saniert, die Ritzen und Schlupfwinkel fehlen, aber es gibt spezielle Mauerseglernistkästen für Dacherneuerungen.

 

Wer in den nächsten Wochen gen Norden oder Osten in Urlaub fährt wird sich vielleicht wundern, daß da die Vegetation und auch die Vogelbrut 2-4 Wochen später ist als bei uns im milden Rheinland. Das hat den Vorteil, dass man etwas länger, Vogelstimmen üben kann.

 

Ein Spaßvogel unter den Sänger kann einen allerdings sehr irritieren, wenn der wieder häufigere Gelbspötter anfängt zu singen, weiß man nicht : Singdrossel, oder Nachtigall, oder irgendein afrikanischer Vogel, der Spötter kann alle imitieren.

 

Viel Freude an der Natur, die nächste Folge wird eine Doppelfolge wegen Ferienzeit.

 

Sommerliche Grüße

 

Lieselotte Rönsch (NABU Gruppe Hilden)