Blühfläche Am Kessel  Stand 10.06.2026

Zustandsbericht 10.06.2026

Am 30.05.26 wurde die Wiese mit der Sense gemäht, wobei an zwei Stellen Margeriten und orangerotes Habichtskraut stehen bleiben durften, bis die Blüte beendet ist. Daneben wurden kleinere Pflegearbeiten wie ein leichter Formschnitt der Sträucher am Rand des Gehwegs und das Entfernen von Beikräutern in den Pflasterfugen gemacht. Durch die schmale Form der Fläche und die kleinen Elemente wie Blüh-Inseln, Sandarium und Strauchpflanzungen blieben jedoch einige kleinere Bereiche, in denen das hohe Gras nicht mit der Sense entfernt werden konnte – hier muss mit dem kleinen Balkenmäher noch einmal nachgearbeitet werden. 

 Außerdem wurden in der Wiesenfläche zwei Individuen des Jakobs-Greiskrauts identifiziert. Diese heimische Korbblütler-Art ist giftig und wird daher auf öffentlichen Grünflächen und auch auf Wiesen und Weiden bekämpft, da sie vor allem eine Gefahr für Weidetiere darstellt, Menschen bei Hautkontakt jedoch ebenfalls schaden kann. Allerdings sind die Greiskräuter auch eine wichtige Futterpflanze für viele Insekten. Während die Blüten von einigen meist nicht auf diese Pflanzengruppe spezialisierten Bestäubern wie Bienen, Fliegen und Käfern angeflogen werden, sind die Blätter eine wichtige Raupenfutterpflanze. Insgesamt dient die Pflanze über 60 Wildbienen-Arten, 29 Schwebfliegen-Arten und 25 Faltern als Nahrung. Besonders erwähnenswert ist dabei der Greiskrautbär, eine Nachfalter-Art, die wegen ihrer tiefroten Farbe auch Blutbär oder Karminbär genannt wird. Die kleinen, jedoch auffällig orange-schwarz geringelten Raupen dieses Falters ernähren sich ausschließlich vom Laub der Greiskräuter und reichern die in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe in ihrem eigenen Körper an, um sich so vor Fressfeinden zu schützen. Um eine Verbreitung des Jakobs-Greiskrautes zu verhindern, wurden die noch nicht blühenden Pflanzen „entspitzt“, also die Blütenknospen entfernt. So sind die Pflanzen zwar für Bestäuber nicht mehr interessant, können aber immerhin weiter als Raupenfutterpflanzen dienen, ohne sich weiter auszubreiten. Diese Kompromiss-Lösung zwischen Artenschutz und Bekämpfung gefährlicher Arten funktioniert hier jedoch nur, da die Fläche weder beweidet, noch das gemähte Gras als Heu verfüttert wird. Auch wäre eine vollständige Entnahme der Pflanzen zu empfehlen, wenn auf der Fläche z.B. Kinder spielen würden.


 Am 10.06.26 wurde die Wiese mit dem Akku Balkenmäher erneut gemäht und dabei lediglich Inseln mit Margariten, Mausohr-Habichtskraut und Nickendem Löwenzahn und die beiden großen, entspitzten Greiskräuter stehen gelassen. In den erhaltenen Inseln finden die Insekten, denen durch die Mahd plötzlich der Lebensraum entzogen wurde, einen Ausweichort. Der Grünschnitt verbleibt ein paar Tage auf dem Grundstück, damit die Insekten rauskrabbeln und reife Samen aus den Kapseln fallen können. Besonders lange gewachsene Gräser wurden aus optischen Gründen auch in diesen Bereichen gekürzt.

 

Auf der rechten Seite der Pilotfläche hat sich ein gelb blühender Bodendecker, mit dem Namen Pfennig-Gilbweiderich, angesiedelt.

Etwas enttäuschend ist das Ergebnis der beiden kreisrunden, mit einem Geflecht aus Haselzweigen eingefassten „Blühflächen“ und der Fläche unter dem Insektenhotel. Auf der linken Seite wurde „Wärmeliebende Saum“ eine regionale 100 % ige Wildblumenmischung mit ca. 55 verschiedenen Samen ausgebracht und auf der rechten Seite „Schmetterlings- und Wildbienensaum“, der ebenfalls aus ca. 50 verschiedenen Wildblumensamen besteht. Durchgesetzt hat sich auf der linken Seite bisher lediglich Färber-Hundskamille und auf der rechten Seite Kornblumen, deren himmelblaue Blüten einen wunderbaren Farbtupfer auf die Fläche zaubern. Auch für den Wiesensalbeisamen unter dem Insektenhotel waren die Boden-Bedingungen anscheinend nicht optimal. Möglicherweise ist der Boden noch zu fett. Ein Untermischen von Sand oder Kies könnte zu einer artenreichen Wildblumenfläche führen.

 

Auch unsere kleine Pflegefläche rechts neben der Einfahrt zum Garagenhof wurde gemäht. Hier wurden Blühinseln mit steifhaarigem Löwenzahn und Klee als Nahrungsquelle für die Insekten erhalten.