Amphibien


Fadenmolch (Triturus helveticus)

Letzten Donnerstag (26.04.2018)haben wir in Hattingen im Felderbachtal zusammen mit

Thomas Kordges Fadenmolche gefangen und die Bestimmung geübt.

 

Der Fadenmolch wird 8,5 bis 9,5 Zentimeter lang und ist gelblich-braun gefärbt. Die Männchen tragen - insbesondere in der Wassertracht zur Paarungszeit - einen bis zu 8 Millimeter langen, deutlich abgesetzten,

schwarzen Faden am Schwanzende, welcher diesem Molch seinen Namen gibt. Beidseits der Rückenmitte verläuft eine Rückendrüsenleiste, die besonders beim Männchen ausgeprägt ist und so dessen Körperquerschnitt

rechteckig erscheinen lässt. In der Wassertracht trägt das Männchen an den Hinterfüßen sehr breite, dunkle Schwimmhäute. Die Körperzeichnung kann in dieser Tracht recht fleckig sein, besonders im Kopfbereich. Vom

Nasenloch ausgehend verläuft ein dunkler Augenstreif, der auch durch das Auge führt. Die Männchen sind häufig dunkler und stärker gefleckt als die Weibchen. An den Hinterfußballen können beide Geschlechter zwei

helle Flecken haben; diese sind je nach Molch mehr oder weniger ausgeprägt und nicht immer gut erkennbar. Die Landtracht ist schlichter und die Merkmale weniger stark ausgeprägt. Die Weibchen sind unauffälliger und oft heller gezeichnet als die Männchen; auch fehlt ihnen der namensgebende Faden. Bei beiden Geschlechtern ist die Bauchseite gelblich oder orange, teilweise auch leicht gefleckt.

Besonders die Weibchen mit gefleckten Bauchseiten können mit denen des Teichmolches (Lissotriton vulgaris) verwechselt werden, bei welchen die feine Bauchfleckung typisch ist. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist hier die Kehle. Sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen sollte sie keine Pigmente oder Flecken zeigen. Sie wirkt transparent und fleischfarben. Bei Teichmolchen hingegen ist die Kehle immer pigmentiert. Die Pigmentierung kann jedoch sehr schwach sein, weshalb es oft zu Verwechslungen kommt. Die Männchen der Teichmolche haben eine sehr stark gefleckte Bauchseite und tragen keinen Faden am Schwanzende, weshalb sie leicht von Fadenmolchen unterschieden werden können. Die Grundfärbung des Bauches ist bei den Fadenmolchen gelblicher als bei den Teichmolchen. Wegen der Variabilität sollten jedoch immer viele Merkmale zusammen zur Bestimmung genutzt werden.

Bevorzugt lebt der Fadenmolch in zusammenhängenden Laubwaldgebieten der Mittelgebirge. Dort werden eher kühle, schattige Kleingewässer zur Fortpflanzung aufgesucht, darunter auch Stau- und Quellgewässer. Während

einer Saison kann das Fadenmolchweibchen bis zu 450 Eier legen, diese werden einzeln an Wasserpflanzen geheftet.

Gemäß der Roten Liste NRW (Stand 2011) ist der Erhaltungszustand des Fadenmolches günstig. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist er besonders geschützt.

Text: Miriam Mundorf, Fotos: Diane Klüsener