Vogelfütterung im Garten


Über die Sinnhaftigkeit einer Winterfütterung wildlebender Vögel gibt es verschiedene Meinungen.

Für die Fütterung spricht, dass dadurch ein kleiner Ersatz für die früher alltäglichen und weit verbreiteten Futterquellen geschaffen wird, die heute selten geworden sind: Wildkrautbestände, Erntereste auf Feldern, offene Hühner- und Viehhaltung, Misthaufen, heimische beerentragende Gehölze, Streuobstwiesen und dergleichen mehr. 

Die Fütterung kann diese verlorenen Lebensräume nicht ersetzen, sie hilft aber einen Ausgleich im Siedlungsbereich zu schaffen und die Bestände zu stabilisieren. 

Auch das spricht für eine Fütterung: Das schöne und spannende Naturerlebnis im eigenen Garten oder am Balkon verschiedene Vogelarten zu beobachten und kennenzulernen.  Neben den "üblichen Verdächtigen" wie Amseln, Blau- und Kohlmeisen sind am Futtersilo auch Distelfinken (Stieglitze), Grünfinken, Gimpel, Buchfinken, Rotkehlchen, Haussperlinge und Heckenbraunellen zu sehen. Mitunter finden sich auch Zaunkönig, Kleiber, Gartenbaumläufer, Feldsperling, Buntspecht, Kernbeißer, Eichelhäher, Elster und Ringeltaube ein. 

Wer sich zur Fütterung entschließt, sollte dies ab Oktober bis März ohne Unterbrechung durchführen. Nicht jeden Tag werden die Angebote genutzt. Aber bei Schneefall und Kälteeinbrüchen vergeuden die Vögel sonst Kraft und Zeit für langes Suchen. Ihnen bekannte Futterstellen sollten dann gut gefüllt sein.

Wie?

Stieglitz an Futtersäule, H.Willmes
Stieglitz an Futtersäule, H.Willmes

Die sauberste Variante den Vögeln das Futter anzubieten sind sogenannte Futtersilos. Das Futter bleibt sauber und trocken und kann nicht durch Kot verschmutzt werden.

Allerdings gibt es Vogelarten wie Amseln und Heckenbraunellen, die Futter bevorzugt vom Boden oder einem Futterhaus aufnehmen. Hier ist dann besonders darauf zu achten, dass das Futter nicht verunreinigt wird. Gerne angenommen werden auch Fettfutter  mit Körnern wie Meisenknödel, gefüllte Kokosnussschalen und ähnliches.

Der Standort der Futterstelle sollte so gewählt werden, dass Katzen sich nicht unbemerkt anschleichen können. Die Stelle sollte möglichst witterungsgeschützt sein und in der Nähe weitere Ansitz- und Versteckmöglichkeiten bieten. 

Wenn die Plünderung der Futterstelle durch Stadttauben ein Problem ist, helfen Schutzgitter um das Futterhaus oder  -silo, die für Tauben zu engmaschig, für kleine Vogelarten aber weit genug sind.

Was

Blaumeise an Futterhaus, H.Willmes
Blaumeise an Futterhaus, H.Willmes

Fettfutter, bestehend aus einer Fettmasse (Talg, Kokosfett, Sonnenblumenöl) und Körnern, liefert viel Energie und wird von Meisen, Amseln, Rotkehlchen und Kleibern gerne angenommen. Wer Meisenknödel oder Futterglocken nicht aus dem Handel beziehen will, kann sie zu Hause leicht selber herstellen. In Sonnenblumenöl getränkte Getreideflocken lassen sich für Kleiber und Gartenbaumläufer direkt auf einen Baumstamm streichen.

Körnerfutter, gibt es als fertige Mischungen im Handel oder kann aus verschiedenen Getreidesorten selbst zusammengemischt werden. Gut geeignet sind Sonnenblumenkerne. Solche mit Schale nehmen bevorzugt Meisen und Finken, ohne Schale sind sie für Rotkehlchen geeignet. Getreideflocken sind vor allem für Amseln, Heckenbraunellen und Rotkehlchen interessant.

Gut zu wissen: Seit dem 01.01.2012 dürfen Vogelfuttermischungen keine Samen der Beifuß-Ambrosie enthalten. 

Nüsse und Erdnüsse werden von den meisten Vögeln gerne angenommen. Auch sie liefern viel Energie. In kleine Stücke zerhackt oder als Kern in angeknackter Schale können sie in Silos oder Futterbeuteln oder ausgestreut angeboten werden. Rabenvögel tragen ganze Erdnüsse in Schale weg um sie an einem sicheren Ort aufzubrechen und zu verzehren.

Obst, wie Äpfel oder Rosinen, wird von Amseln gerne als Zusatzfutter verspeist.

Insektenfutter für Zaunkönige wird  im Fachhandel angeboten. 

Wasser  (in einer flachen Schale oder Vogeltränke) sollte besonders während trockener Frostperioden angeboten werden. 

Das sollte niemals zur Fütterung verwendet werden: Brot und Speisereste, gewürzte oder gesalzene Fette oder Körner schädigen die Tiere und führen zu Erkrankungen oder gar Tod.