Naturschutz im Garten

Blaumeise, J.Borngraeber
Blaumeise, J.Borngraeber

 

Im eigenen Bereich hat jeder Gartenbesitzer es in der Hand, wildlebenden Tieren und Pflanzen ein kleines Exil zu schaffen. Mit Blumenwiesen statt Einheitsrasen, mit etwas mehr "Unordnung" im Garten und dem weitgehenden Verzicht auf Chemie im Garten.

Der naturnahe Garten ist die beste Winterhilfe für unsere gefiederten Freunde.

Einheimische Sträucher wie Schneeball, Pfaffenhütchen und Heckenrose bieten mit ihren Beeren den Vögeln auch im Winter genug Nahrung.

In den hohlen Stengeln von Stauden und Gräsern überwintern Spinnen und Kerbtiere. Diese stellen für die "Fleischfresser" unter den Vögeln eine wichtige Nahrungsquelle da.

Die Körnerfresser können sich über die Samenstände hermachen.All diese Pflanzen sollten daher vor dem Winter nicht zurückgeschnitten werden. So kann man sich das ganze Jahr am Anblick der Vögel erfreuen.


Naturschutz im Garten - geht das? Ein Projekt der Ortsgruppe Ratingen-Lintorf.

Welchen Beitrag kann ich leisten mit meinem Gärtchen in einer Reihenhaussiedlung?      

Lohnt es sich überhaupt, sich dazu Gedanken zu machen?


Natürlich sind einzelne kleine Gärten kein Ersatz für zusammenhängende Biotope oder gar Naturschutzgebiete mit ihrer Artenvielfalt und den komplexen Beziehungen zwischen unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren, aber auch in einem kleinen Garten lassen sich ein paar abwechslungsreiche Lebensräume gestalten, von denen die Natur profitiert.

Wie wäre es mit einer Hecke aus verschiedenen heimischen Sträuchern,

z.B. Weißdorn, Hasel, Heckenrose, Schlehe oder Feldahorn zur Begrenzung oder Strukturierung des Gartens? Sie bietet einer wesentlich größeren Zahl von Tierarten einen Lebensraum als eine Hecke aus exotischen Koniferen. Nebenbei bekommt der Gartenfreund je nach Gehölzart im Jahreslauf hübsche Blüten, prächtig buntes Herbstlaub und schöne Früchte zu Gesicht.

 

Ein Holzstoß aus einigen toten Ästen, alten Baumstümpfen in einer Gartenecke kann ein kleines Eldorado für viele Insekten und andere Kleintiere werden, ebenso ein Reisighaufen.

 

Vielleicht haben Sie Freude an einem kleinen Gartenteich mit sumpfigem Ufer. Libellen, Wasserkäfer und andere Insekten werden bald Ihre Gäste sein, ebenso die Bachstelze und weitere Vogelarten.

 

Mauern, Haus- und Schuppenwände, bepflanzt oder mit einigen Ritzen und Löchern versehen, nützlichen Spinnenarten und vielen Insekten einen Schutzraum. Vögel wie der kleine Zaunkönig finden hier Nahrung und manchmal auch einen Nistplatz.

 

A propos Nistplatz – mit Nistkästen für Vögel in Ihrem Garten können Sie einen weiteren Beitrag zum Naturschutz leisten.

 

Mit folgenden einfachen Maßnahmen helfen Sie Kleintieren Winterkälte bzw. Sommertrockenheit zu überstehen: Kletterpflanzen an einem Spalier, die Platz für ein Zaunkönigsnest und Insektenunterschlupf bieten, Steinplatten über einer Kuhle, die Amphibien Schutz geben, kurze Holzbretter an einer geschützten Stelle mit geringem Abstand zur Wand oder Mauer angebracht, als Witterungsschutz für Schmetterlinge.

Auch simple Kleinigkeiten können hilfreich sein.

Helfen Sie mit Ihren Ideen und Aktionen der natürlichen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft auf die Sprünge!

 

Viel Erfolg wünscht Ihre

 

NABU-Gruppe Ratingen-Lintorf