Amphibien schützen

Ab Februar: Den Fröschen und Kröten auf der Spur 

Seit vielen Jahren haben Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. In der ganzen Republik sind Naturschutzgruppen Jahr für Jahr aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache Engagement wäre es um unsere Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt.


Diane Klüsener: Liebe NABUs,

am letzten Donnerstag, 06.04.17, hatten sich die Aktiven der Ortsgruppe Velbert wieder zum Austausch getroffen.

Als erstes wurde auf den bisherigen Verlauf der diesjährigen Amphibienwanderung zurückgeblickt. An manchen Stellen, wie z.B. im Deilbachtal und an der Bleibergquelle, ist sie bereits abgeschlossen, andernorts, wie z.B. an der Mettmanner Straße, läuft sie noch. An letzterem Standort wird noch sehnsüchtig auf mehr Laubfrösche und Kreuzkröten gewartet - vielleicht ist es den Tieren derzeit zu trocken. An der Bleibergquelle wurden so viele Erdkröten wie noch nie gezählt. Den Helfern fiel auf dem Weg zum Zaun aber immer wieder auf, wie wichtig es auch ist, vor der eigenen Haustür aufzupassen. Immer wieder fischten sie Frösche, Kröten und Molche auch andernorts aus Gullis und trugen sie sicher über die Straße. Im Deilbachtal sorgten nicht nur Amphibien, sondern auch Wildschweine für Aufregung. Außerdem ist dort Mitte März der Schwarzstorch wieder gesichtet worden. Und auch an der Parkstraße wurden Rekordzahlen erreicht. Hier wird erst seit wenigen Jahren ein Schutzzaun aufgestellt. Man wagt zu hoffen, dass sich die Amphibienpopulation aufgrund dieser Schutzmaßnahme langsam wieder erholt.

Weitere Themen waren Kooperationen mit der Velberter NAJU-Gruppe sowie die Idee, Informationstafeln im Herminghauspark und am Eignerbach aufzustellen. Nächste Aktionen, wie das gemeinsame Bauen von Insekten-Nisthilfen und Müllsammelaktionen wurden diskutiert. Für die konkrete Umsetzung muss aber noch mehr geplant werden. Auch mehr oder weniger interne Aktionen wie eine Bachexkursion im Mai, botanische und Vogelstimmenexkursionen wurden vorgeschlagen. Zuletzt wurde auf das Bauvorhaben Am Schlagbaum/Eichholz aufmerksam gemacht. 


Bestimmungshilfe

des Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW, Akademie für ökol. Landesforschung e.V.


An den Amphibienschutzzäunen lassen sich in der Wanderungszeit verschiedene Arten feststellen.

Die Dokumentation der Arten, ihrer Anzahl sowie Geschlecht, Alter/Größe und Gesundheitszustand liefern wertvolle Daten für den Artenschutz. Dafür ist es wichtig alle Daten dauerhaft, vergleichbar und verfügbar zu speichern.

Willem van Kerkhof aus Velbert hat ein zusätzliches Werkzeug zur Erfassung entwickelt. Mehr Informationen dazu auf der Seite Amphis-auf dem Weg zum Wasser.


Am 05.02.2017 fand das jährliche Treffen des Landesfachausschusses (LFA) für Amphibien- und Reptilienschutz NRW statt. Willem van Kerkhof und Diane Klüsener von der NABU-Ortsgruppe Velbert haben sich auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um diesem beizuwohnen.

Neben zahlreichen Informationen zu Gefahren und Schutzmaßnahmen für unsere Amphibien fand ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern statt. Der Inhalt der Tagung wurde zu einem Bericht zusammengestellt und steht zum freien Download zur Verfügung.

Download
Bericht_LFA (1).pdf
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Velbert

Mehr Informationen zum Amphibienschutz in Velbert.

Die Amphibienwanderung Frühjahr 2016

Foto: D. Altenfeld
Kreuzkröte Mettmanner Straße in Velbert

 

Jedes Frühjahr, sobald die Temperaturen hoch genug sind, kriechen die Amphibien aus ihren Winterverstecken und wandern zu ihren Laichplätzen. 

Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren und werden oft Opfer der vorbeifahrenden Autos.

Um diese Amphibien, von denen 9 Arten auf der Roten Liste NRW mindestens als gefährdet eingestuft sind, vor dem Straßentod zu bewahren, baut der NABU Velbert jedes Jahr an Stellen mit erhöhtem Aufkommen wandernder Tiere Schutzzäune auf.

Auf der straßenabgewandten Seite des Zaunes sind in regelmäßigen Abständen Eimer platziert, in denen die Tiere aufgefangen werden.

Mitarbeiter des NABU und freiwillige Helfer bringen sie dann jeden Morgen und Abend über die Straße zu ihren Laichgewässern.

Um die Schutzmaßnahmen bei Bedarf zu optimieren, ist eine Beobachtung der Populationen unumgänglich. Deswegen werden die Amphibien an den Schutzzäunen gezählt.

Außenstehende, die Frösche, Kröten und Molche hinter dem Zaun oder in den Eimern finden, werden ausdrücklich gebeten, diese Tiere NICHT über die Straße zu tragen. Dies würde die Ergebnisse der Zählungen verfälschen, was auf Kosten des Amphibienschutzes gehen kann. Die Eimer sind so konstruiert, dass hineingefallene Tiere nicht Gefahr laufen, bei starkem Regen zu ertrinken. Andere Tiere, wie z.B. Mäuse oder große Insekten, haben die Möglichkeit, aus den Eimern zu entkommen und werden somit nicht an der Nahrungssuche o.ä. gehindert.

Falls Sie Fragen haben oder sich aktiv am Amphibienschutz beteiligen 

möchten, kontaktieren Sie den NABU-Velbert, Tel.:0205166756 (Frank Todt), oder 015734556610, (Miriam Mundorf)


Ratingen

"Es ist mal wieder soweit. Die Krötenwanderung naht und wir haben die ersten mehreren hundert Meter Zaun am Waldrand errichtet.

Wenn es weiterhin so feucht bleibt und die Temperaturen über 8 Grad C steigen, dann machen sich die Amphibien auf ihren Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer.

Dann heißt es wieder an verschiedenen Stellen in Ratingen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang Tempo 30 für die Autofahrer! "

Mehr dazu: facebook NABU Ratingen


Haan

In den stillgelegten Steinbrüchen Grube 10 und Grube 7 entstanden in den letzten Jahren neue Laichgewässer für Amphibien.


Monheim