Aufbau des ersten Schutzzaunes an der Mettmanner Straße in Velbert

Bericht: Regina Karge / Fotos: Detlef Altenfeld   

Ende Februar 2016 haben wir in einer gelungenen Gemeinschaftsaktion, den ersten Amphibienschutzzaun an der Mettmanner Straße in Velbert aufgestellt.

Das erforderliche Zaunmaterial und die Genehmigung gab es von der Unteren Landschaftsbehörde Kreis Mettmann.

Tatkräftige Unterstützung bekamen wir u.a. auch durch das Berufskolleg der Diakonie Bleibergquelle. Der Lehrer, seine beiden Söhne und Studierende seiner Klasse, helfen bereits seit Jahren im Workshop, bei der Amphibienwanderung an der Bleibergstraße und auf dem Gelände der Diakonie. Mit einem Transporter, der uns von dort zur Verfügung gestellt wurde, konnten wir früh morgens das Material holen und zur Mettmanner Straße fahren.

Einweisung von Frank Todt.

Wie soll der Schutzzaun aufgestellt werden?

An diesem Samstagmorgen war der Treffpunkt um 9 Uhr an der Mettmanner Straße und wir waren überrascht, wie viele freiwillige Helfer sich auf unseren Aufruf gemeldet haben.

Mitglieder der NABU Ortsgruppe Velbert, Anwohner der Mettmanner Straße, Studierende der Bleibergquelle, Freunde und Bekannte, Helfer die aufgrund des Zeitungsartikels dabei sein wollten, alle kamen mit Schaufeln, Spaten, Spitzhacken und guter Laune, um das Vorhaben umzusetzen.

 

Auf einer Strecke von 400 Metern hoben wir die Grasnarbe an, gruben 38 Eimerlöcher in den steinigen Boden des Rheinkalkgeländes ein und schlugen mit kräftigen Hieben die Eisenstangen für den Zaun hinein.

Der hohe, feingelochte Zaun wurde abgerollt und an den Moniereisen befestigt.

 

Von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags, bei sonnigem und für die Jahreszeit mildem Wetter, war das eine wunderbare Gemeinschaftsaktion! 

 

 

 

Zur Stärkung wurden vom NABU belegte Brötchen und Getränke bereitgestellt.


WZ, Presseartikel vom 28.02.2016

 

 


Hin- und Rückwanderung der Amphibien auf der Mettmanner Straße

In jedem Frühjahr wandern massenhaft Amphibien zwischen Velbert und Wülfrath, über die Mettmanner Straße hinweg zu den Kleingewässern des Eignerbaches, auf dem Gelände der Lhoist/Rheinkalk GmbH. Die dort vorhandene Naturlandschaft mit Feuchtflächen und Kleingewässern bietet vielen Tieren einen idealen Lebensraum. Sogar Tierarten die im niederbergischen Raum bereits in Ihrer Existenz bedroht sind, finden hier die erforderliche Vorrausetzung zu überleben und zur Fortpflanzung.

 

Vor allem im März/ April ist auf dieser zweispurigen Kreisstraße durch die Amphibienwanderung viel los. Einerseits wie erwähnt in Richtung Eignerbach, andererseits wandern die Tiere die bereits abgelaicht haben wieder zurück. Dadurch entsteht besonders in den warmen, regenfeuchten Nächten, eine Massenwanderung durch verschiedene Froscharten, mehreren Krötenarten und Molchen. 

Hier ein Beispielbericht vom 4. April 2016:

In den späten Abendstunden gab es wie so oft, eine enorme Hin- und Rückwanderung der Amphibien. Einseitig der Mettmanner Straße befindet sich seit diesem Frühjahr 2016 erstmalig ein Amphibienschutzzaun. Die Tiere, die dort und in den Eimern in Sicherheit waren, mussten warten, weil es auf der Fahrbahn an Artgenossen nur so wimmelte. Für die drei anwesenden NABU-Helfer war die Anzahl der Tiere auf der etwa 600 Meter langen Strecke zu groß, sie waren komplett überlastet. Um 22 Uhr riefen sie per Handymitteilung zusätzlich alle anderen Helfer aus dem Team kurz vor dem Schlafengehen um Hilfe. Tatsächlich kamen noch einige Leute mit Warnwesten, Taschenlampen und Eimern ausgerüstet raus in den Regen, um noch möglichst viele Tiere zu retten.

Der seltene Laubfrosch ist ein besonders guter Kletterer. Weil er in diesem Gebiet seinen Lebensraum hat, wurde uns durch die Untere Landschaftsbehörde Kreis Mettmann das Zaunmaterial in einer Höhe von einem Meter zur Verfügung gestellt. Somit war schon ein erster wichtiger Schutz vorhanden. Zum ersten Mal sahen wir eine größere Anzahl der streng geschützten Laubfrösche und Kreuzkröten. Leider war in dieser Nacht kaum Zeit die schönen Tiere länger zu betrachten. Wir Helfer mussten sie so schnell wie möglich einsammeln, bevor die Frösche es letztendlich doch noch schaffen würden über den Zaun zu gelangen.

In solch einer Nacht sterben auf dieser Straße locker tausend Tiere. Hier waren es überwiegend junge Molche und Frösche auf dem Rückweg. Leider konnten die Helfer nicht verhindern, dass auch u.a. Laubfrösche von Autos überrollt, verletzt und somit getötet wurden.

 

Helfer für die Amphibienwanderung werden immer gesucht.