Steinhaufen als Reptilienschutzmaßnahme

 

Im Rahmen der Entwicklung unserer Pflegefläche, des Trockenbiotops ECHSENWIESE am Südrand des Knipprather Waldes, galt es im November 2015, 3 Tonnen Diabas-Steine zu reptilienfreundlichen Steinhaufen aufzuschichten.

Der größere Steinhaufen erhielt eine Grundfläche von 2qm und eine Höhe von 1m. Er wurde 40cm tief in den Erdboden eingelassen, da er so auch als Winterquartier genutzt werden kann. Zur Wetterseite hin wurde zusätzlich ein kleiner Erdwall als Windschutz aufgeschüttet. Die Umrandung aus sandigem Kies kann zukünftig von den Zauneidechsen zur Eiablage genutzt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand noch ein weiterer, kleinerer Steinhaufen mit einer Grundfläche von 1qm und einer Höhe von 50cm.

Die beiden neuen Steinhaufen bieten Zauneidechsen und Blindschleichen in idealer Weise ergänzend zur bereits bestehende Benjes-Hecke vielfältige Versteckmöglichkeiten und Plätze zum Sonnenbaden.


Hildi und Matilda - zwei kleine Schildkröten mit großer Zukunft

Der NABU Monheim entwickelte einen Hilfeplan für eines der seltensten Reptilien Deutschlands.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist in Deutschland die einzige einheimische Schildkrötenart. Allerdings auch eines der seltensten Reptilien unserer Republik: Jagd (lange Zeit galt sie als schmackhafte "Fastenspeise"), illegaler Fang für den Heimtiermarkt, Lebensraumzerstörung und Konkurrenz durch ausgesetzte nordamerikanische Schildkröten ("Neozoen") sorgten und sorgen dafür, dass Emys orbicularis, so ihr wissenschaftlicher Name, bei uns mittlerweise leider zu den streng geschützten Art gezählt werden muss. In Nordrhein-Westfalen gilt die Art als ausgestorben.

 

Um so erstaunter war ein Gartenbesitzer in Hilden, der in seinem Gartenteich eine Europäische Sumpfschildkröte entdeckte. Er brachte das Fundtier zum Tierheim Hilden, das wiederum den NABU Monheim kontaktierte und um Rat fragte.

Der Stadtbeauftragte des NABU für Monheim, Frank Gennes, ist seit vielen Jahren Mitglied der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V. (ZGF). Die ZGF arbeitet eng mit dem Zoo Frankfurt zusammen, dessen Kurator Johannes Köhler wiederum mit der hessischen "AG Sumpfschildkröte" kooperiert. Dort hatte man sofort Interesse an der Hildener Schildkröte, weil die AG und der Zoo diverse Nachzucht- und Auswilderungs-Programme für die Europäische Sumpfschildkröte in Hessen betreiben.

Nach einer ganzen Reihe von Telefonaten und e-mails sowie letztendlich der nötigen Einverständniserklärung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreis Mettmann (UNB) konnte Frank Gennes die Sumpfschildkröte in die Quarantänestation des  Frankfurter Zoos bringen.

Dort wird per Bluttest die genaue Unterart bestimmt werden. Dies wird endgültig darüber entscheiden, ob und wenn ja in welchem hessischen Gewässer HILDI (so hat Gennes´ Tochter Olivia das seltene Reptil zwischenzeitlich benannt), ausgewildert werden kann. Alternativ wäre auch eine Zuchtstation denkbar, in der die kostbaren Gene weitergegeben werden können. Der NABU Monheim dankt allen beteiligten Kooperationspartnern für die engagierte und schnelle Unterstützung und hofft, dass für HILDI ein geeignetes Habitat  wird. Ein Habitat, in dem sie, nach langer Reise, in entspannter und der für Schildkröten typisch entschleunigten Art und Weise für den Fortbestand der (Unter-)Art sorgen kann.

 

Aufgrund des in der Zeitung erschienenen Artikel über HILDI meldete sich ein Düsseldorfer Gartenbesitzer, der ebenfalls eine Europäische Sumpfschildkröte in seinem Gartenteich entdeckte. Auch hier konnte Frank Gennes und mit Erlaubnis und Unterstützung der UNB Düsseldorf den Findling dem oben beschriebenen Projekt übergeben. MATILDA, so von der Finderin genannt, hat nun ebenfalls die Chance ein artgerechtes Habitat zu beziehen.

 

Wie es mit beiden Tieren weitergeht, wird an dieser Stelle berichtet.