Ratingen / Taubenschlag


Taubenschlag

Der Nabu Ortsverband Ratingen nimmt ein neues Projekt auf. In Kenntnisnahme der Not Ratinger Stadttauben seit unter anderen dem Abriss des Hertie-Hauses in Ratingen Mitte und auch an Grossteilen der Gebäude angebrachten Vergrämungsmassnahmen (Drähte, Nägel, Netze etc), nicht zuletzt dem Verbot der Taubenfütterung wird aktuell sowohl nach Unterstützung als auch Plätzen für die Errichtung von Taubenschlägen gesucht. In vielen Städten bereits nach dem "Augsburger Modell" praktiziert, werden hierbei insbesondere folgende Ziele verfolgt:

 

- Bindung der Tauben an den Taubenschlag

- Artgerechtes Futter und ausreichend Nistplätze

- Austausch der gelegten Taubeneier gegen Attrappen 

- Ein gesunder Taubenbestand  und auf lange Sicht eine tierschutzgerechte Taubenreduzierung 

Stadttaube, Foto: G. Baade
Stadttaube, Foto: G. Baade

Hier kann grundsätzlich  von einer Win Win Lösung für Mensch und Tier ausgegangen werden. Denn die Verbesserung der Lebensumstände dieser Tiere bei gleichzeitiger Eindämmung der Population dient nicht allein dem Tierwohl.  Positiv hervorgehoben werden kann ebenso, dass die Haltung von Taubenschlägen auch zu einer Verringerung von Taubenkot  an Gebäuden in den Städten und somit zu einer Reduzierung von Reinigungskosten als auch Abwehrmassnahmen führt.  Artgerecht gefütterte Tauben erleiden keine Durchfälle, sondern setzen festen Kot  im Taubenschlag ab. Von dort kann der Kot einfach entfernt und fachgerecht entsorgt werden. 

 

Leider ist  wenigen Menschen  bekannt, dass es sich bei Stadttauben um verwilderte  Zucht- und Brieftauben handelt. Diesen Tieren wurde die Nähe zum Menschen anerzogen, ebenso wie das Fortpflanzungsverhalten nicht mehr dem natürlichen jahrzeitabhängigem Brutverhalten  von Wildtauben entspricht. Stadttauben haben es zudem verlernt, sich wie Wildtauben in der Natur  zu ernähren. Durch den Wegfall von Brutplätzen bedingt u. a. durch Vergrämungsmassnahmen ist die Not dieser Tiere in der Stadt sehr gross. Nicht zuletzt ernähren sie sich von den Müllhinterlassenschaften des Menschen in den Strassen. Bedingt durch die Pandemie ist auch dieses "Nahrungsmittelangebot" sehr stark eingegrenzt, so dass regelmässig entkräftete Tiere von Tierfreunden aufgelesen werden. Auch werden Tierärzten immer wieder Jungtiere übergeben, deren Kropf mit Müll gefüllt ist. Diese Tiere verhungern unter Schmerzen elendig. Auch werden vielerorts auch Tauben mit Anflugtrauma, verletzten Krallen (oftmals verursacht durch  Vergrämungsmassnahmen am Haus), Bruchverletzungen u. v. m. 

gesichert.

 

Deshalb setzt sich unser Ortsverband für die Tiere ein.

 

Alexa Krause